Alfred Russel Wallace: Der Naturforscher, der die Evolution miterfand und seine Meinung änderte

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Alfred Russel Wallace war nicht der einzige Mann, der herausfand, wie sich das Leben entwickelt. Wir denken oft an Charles Darwin als den alleinigen Architekten der Evolutionstheorie. Aber die Wahrheit ist chaotischer. Wallace war auch da.

Wallace wurde am 8. Januar 1823 in Usk, Wales, geboren und begann nicht als Wissenschaftler. Er war Landvermesser. Er war Architekt. Dann begann er sich für Pflanzen zu interessieren. Diese Schicht schickte ihn 1848 an den Amazonas. Er ging dorthin, um Exemplare zu sammeln. Die Arbeit war brutal. Er wäre fast an Fieber und Gelbfieber gestorben. Aber er kam mit einem Kopf voller Ideen zurück, wie sich Arten im Laufe der Zeit verändern.

Er hörte hier nicht auf. Von 1854 bis 1862 reiste Wallace durch den Malaiischen Archipel. Das ist Südostasien heute. Indonesien, Malaysia, Papua-Neuguinea. Dort verbrachte er acht Jahre. Er sammelte Tausende von Exemplaren. Seine Beobachtungen auf diesen Inseln führten ihn zu einer überraschenden Schlussfolgerung.

Arten passen sich ihrer Umgebung an. Diejenigen, die am besten passen, überleben. Das ist natürliche Selektion.

Wallace gelangte unabhängig von Darwin zu dieser Theorie. Er hat es gleichzeitig getan. Tatsächlich war es ein Brief von Wallace an Darwin aus dem Jahr 1858, der Darwin dazu zwang, endlich sein eigenes Werk zu veröffentlichen. Darwin hatte zwanzig Jahre lang an seiner Theorie gearbeitet. Er hielt es geheim. Wallaces Brief veränderte alles. Darwin und Wallace präsentierten ihre Ideen gemeinsam bei einer wissenschaftlichen Gesellschaft in London.

Darwin erlangte den Ruhm. Er schrieb Über die Entstehung der Arten. Er lieferte weitaus mehr Beweise. Er hat den Mechanismus sorgfältig beschrieben. Wallaces Version war einfacher. Weniger detailliert. Die wissenschaftliche Gemeinschaft akzeptierte Darwins Version. Sie nannten es die darwinistische Evolutionstheorie.

Aber Wallace war nicht damit einverstanden, wo diese Theorie aufhörte.

Darwin glaubte, dass die natürliche Auslese alles erklären würde. Sogar das menschliche Bewusstsein. Wallace weigerte sich, das zu akzeptieren. Er bestand darauf, dass die höheren geistigen Fähigkeiten des Menschen nicht allein durch natürliche Selektion entstanden sein könnten. Die Natur erklärt den Körper. Es erklärt nicht den Geist. Dafür muss etwas anderes verantwortlich sein. Eine nichtbiologische Agentur. Eine spirituelle Kraft.

Diese Meinungsverschiedenheit prägte den Rest ihrer Karriere. Sie blieben Freunde, waren sich aber hinsichtlich der Reichweite der Evolution grundsätzlich uneinig.

Wallace kartierte auch die unsichtbaren Linien der Natur. Er bemerkte eine scharfe Kluft im Tierleben des Malaiischen Archipels. Im Westen findet man asiatische Tiere. Tiger. Affen. Elefanten. Im Osten findet man australische Tiere. Beuteltiere. Paradiesvögel. Die beiden Zonen vermischen sich selten.

Wallace zog eine Grenze zwischen ihnen. Heute nennen wir es Wallaces Linie. Sie verläuft durch die Meerenge zwischen Borneo und Sulawesi. Und zwischen Bali und Lombok. Es wird auch heute noch von Biologen zur Beschreibung von Tierregionen verwendet. Es zeigt, wie die Geographie das Leben prägt.

„Im Gegensatz zu Darwin bestand Wallace darauf, dass die höheren geistigen Fähigkeiten des Menschen nicht durch natürliche Selektion entstanden sein könnten, sondern dass ein nichtbiologischer Faktor dafür verantwortlich gewesen sein müsse.“

Außerhalb der Wissenschaft hatte Wallace eine klare Meinung darüber, wie die Gesellschaft funktionieren sollte. Er war nicht nur ein stiller Beobachter. Er war ein öffentlicher Intellektueller. Er unterstützte den Sozialismus. Er glaubte an die Verstaatlichung von Land. Er war Pazifist. Er setzte sich für das Frauenwahlrecht ein.