Die Artemis-II-Mission hat ihre historische Reise um den Mond erfolgreich abgeschlossen und markiert damit den ersten bemannten Weltraumflug der NASA seit über einem halben Jahrhundert. Als die Besatzung jedoch zur Erde zurückkehrt, zeichnet sich eine subtile, aber bedeutende Veränderung in der Art und Weise ab, wie die NASA ihre Ziele kommuniziert – insbesondere im Hinblick auf das langjährige Versprechen der Agentur, die erste Frau und den ersten farbigen Menschen auf der Mondoberfläche zu landen.
Ein Wandel in der Rhetorik
Jahrelang erklärte die NASA ausdrücklich, dass das Artemis-Programm mit der Landung einer Frau und einer farbigen Person auf dem Mond einen historischen Meilenstein erreichen würde. In letzter Zeit ist diese spezifische Sprache jedoch aus der offiziellen Kommunikation der Behörden weitgehend verschwunden.
Diese Änderung folgt einer Durchführungsverordnung des Weißen Hauses, die darauf abzielt, Programme für Diversität, Gerechtigkeit und Integration (DEI) in allen Bundesbehörden einzuschränken. Die Richtlinie hat eine neue politische Landschaft für die NASA geschaffen und eine Spannung zwischen historischen Missionszielen und aktuellen Verwaltungsmandaten geschaffen.
Der Meilenstein von Artemis II
Während der konkrete Wortlaut künftiger Landemissionen noch unbestätigt ist, hat die Besatzung der Artemis II selbst bereits erhebliche Hürden überwunden:
– Christina Koch war die erste Frau, die über die erdnahe Umlaufbahn hinaus reiste.
– Victor Glover war der erste Schwarze, der über die erdnahe Umlaufbahn hinaus reiste.
– Jeremy Hansen (Vertreter Kanadas) trat der Crew bei und markierte einen Meilenstein für die internationale Zusammenarbeit.
Trotz dieser Erfolge haben sich die Astronauten beruflich weitgehend auf die technischen Komplexitäten der Mission konzentriert und nicht auf die sozialen Auswirkungen ihrer „Ersten“.
Wird das Versprechen gehalten?
Auf die Frage während einer kürzlichen Pressekonferenz, ob die NASA ihr Engagement für vielfältige Mondlandungen beibehalten werde, antwortete die Besatzung, dass Repräsentation ein fester Bestandteil des modernen Astronautenkorps und keine erzwungene Initiative sei.
„Unser Verständnis … war im Wesentlichen, dass die Artemis-Kampagne als Ganzes eine Ära einleiten wird, in der das wahr ist, und dass dies aufgrund unseres Astronautenkorps auf natürliche Weise geschehen wird“, erklärte Missionsspezialistin Christina Koch.
Koch betonte weiter, dass die Vielfalt des Pools bereits etabliert sei, was darauf hindeutet, dass das Talent innerhalb der Agentur vorhanden sei:
* „Wir müssen uns nicht allzu sehr anstrengen, um das wahr werden zu lassen … Wir müssen uns tatsächlich mehr anstrengen, um das in dem Astronautenkorps, das wir haben, nicht wahr werden zu lassen.“*
Blick nach vorn: Der Weg zum Mond
Das Artemis-Programm durchläuft kritische Test- und Demonstrationsphasen:
1. Artemis II (abgeschlossen): Ein 10-tägiger Mondvorbeiflug, bei dem die Lebenserhaltungs-, Navigations- und Energiesysteme der Orion-Raumsonde getestet wurden.
2. Artemis III (geplant für 2027): Eine Demonstrationsmission, die sich auf das Andocken der Orion-Kapsel an kommerziell entwickelte Mondlander im erdnahen Orbit konzentriert.
3. Artemis IV (geplant für 2028+): Die Mission soll voraussichtlich die erste tatsächliche Mondlandung des Programms versuchen.
Während sich die NASA auf die Missionen Artemis III und IV zubewegt, bleibt die Agentur dabei, dass die Zuteilung der Besatzungen von den „Missionsbedürfnissen“ bestimmt werde. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Agentur ihre bisherige Sprache bezüglich der Identität der Pioniere, die irgendwann die Mondoberfläche betreten werden, wieder übernehmen wird.
Schlussfolgerung
Während die offiziellen Botschaften der NASA in Bezug auf Diversität aufgrund sich ändernder politischer Richtlinien vorsichtiger geworden sind, deutet die Zusammensetzung der Artemis-II-Besatzung darauf hin, dass ein vielfältiges Astronautenkorps bereits Realität ist. Letztlich bleibt die Frage, ob die kommenden Mondlandemissionen diese Vielfalt explizit berücksichtigen oder sich ausschließlich auf technische Missionsanforderungen konzentrieren werden.
