Die Angst war falsch
Sie haben die Geschichte gehört. Abnehmen. Gewinne es zurück. Ihr Stoffwechsel brennt bis auf die Grundmauern. Einige Experten schworen sogar, dass es schlimmer sei, wieder an Gewicht zuzunehmen, als sie gar nicht erst abzunehmen.
Dieses Narrativ bröckelt.
Eine große Rezension in The Lancet Diabetes & Endocrinology legt nahe, dass wir uns umsonst Sorgen gemacht haben. Für den „Schaden“ einer Jo-Jo-Diät gibt es keine eindeutige wissenschaftliche Grundlage. Tatsächlich ist der Versuch, Gewicht zu verlieren – selbst wenn es scheitert – wahrscheinlich das geringere Übel.
„In den meisten Fällen überwiegen die Vorteile des Ausprobierens deutlich die theoretischen Risiken.“
— Prof. Faidon Magkos, Universität Kopenhagen
Magkos und Professor Norbert Stefan (Deutsches Zentrum für Diabetesforschung) haben Monate damit verbracht, sich durch jahrzehntelange Daten zu wühlen. Menschliche Versuche. Tierstudien. Das Ergebnis? Es gibt keinen überzeugenden Beweis dafür, dass Gewichtsradfahren bei Menschen mit Fettleibigkeit langfristige Stoffwechselschäden verursacht.
Warum der Mythos hängen blieb
Wir alle haben die Erzählung im Kopf. Abnehmen -> zunehmen -> Muskeln verlieren, langsamerer Stoffwechsel, höheres Diabetesrisiko.
Es ist eine klare, gruselige Geschichte. Es beeinflusst die medizinische Beratung. Es schreckt die Menschen von der Waage ab.
Die Forscher beschlossen, die Fiktion auf Fakten zu überprüfen. Sie untersuchten Beobachtungsstudien und klinische Studien. Sie trennten das Signal vom Rauschen.
Folgendes haben sie herausgefunden, als sie tatsächlich Vorerkrankungen und Alterung berücksichtigten? Die vermeintlichen Gefahren verschwinden weitgehend.
Studien zur Körperzusammensetzung stützen die Befürchtung nicht. Das Gewicht beim Radfahren scheint Ihnen keine Muskelmasse zu entziehen oder Ihren Stoffwechsel dauerhaft anzukurbeln. Die meisten Menschen kehren einfach dorthin zurück, wo sie angefangen haben. Nicht schlimmer. Ich bin gerade wieder beim ersten Platz angelangt.
Und diese allmähliche Gewichtszunahme im Laufe des Lebens, die oft dem Jo-Joing zugeschrieben wird? Nicht von den Schwankungen getrieben.
Der „BasLine“-Effekt
Hier liegt der entscheidende Unterschied.
Wenn Sie wieder zunehmen, verlieren Sie die gesundheitlichen Vorteile, die Sie gewonnen haben. Ihr Blutdruck könnte wieder ansteigen. Der Blutzuckerspiegel lässt nach. Der Cholesterinspiegel normalisiert sich auf seinen früheren Höchstwert.
Aber das ist nicht dasselbe wie Schaden anzurichten.
„Eine Gewichtszunahme bringt die Menschen wieder zum Ausgangsrisiko – nicht darüber hinaus.“
Dir geht es nicht schlechter als zu Beginn. Du bist einfach wieder normal. Überschüssiges Körperfett ist hier der Übeltäter, nicht die Schwingungen darum herum. Große Studien zeigen, dass, wenn man das durchschnittliche Körpergewicht im Zeitverlauf betrachtet, der Zyklus selbst nicht das Risiko für Diabetes oder Herzerkrankungen erhöht.
Die neue Drogenrealität
Dieser Zeitpunkt ist kein Zufall. GLP-1-Medikamente gibt es überall. Sie verlieren schnell Pfunde. Die Leute setzen die Medikamente ab. Die Pfunde kehren zurück.
Es sieht aus wie ein Jojo. Sollten wir in Panik geraten?
Nein.
Vorübergehender Gewichtsverlust hilft immer noch. Es verbessert die Lebensqualität. Es steigert kurzfristig die Stoffwechselgesundheit. Der Rückgewinn sollte nicht als „schädlich“ gebrandmarkt werden.
Hören Sie auf, sich dafür zu entschuldigen, dass Sie es versucht haben
Wenn Sie mit dem Gewicht zu kämpfen haben, hat das System Sie im Stich gelassen. Zuerst sagen sie: „Hör einfach auf zu essen.“ Wenn Sie das nicht können, sagen sie: „Mach dir keine Sorgen, du ruinierst deinen Stoffwechsel.“
Dieser Rat ist fehlerhaft.
Die Angst, dass Jojo einen ruiniert, ist ein Mythos. Der Versuch, Gewicht zu verlieren, selbst wenn es scheitert, schadet Ihrem Körper nicht. Aber ganz aufgeben?
Das geht.
Es lohnt sich zu bedenken, dass der Status quo möglicherweise die gefährlichste Option ist.
Referenz: „Ist Radfahren mit Gewichten klinisch schädlich?“ von Faidon Magkos und Norbert Stefan, The Lancet Diabetes & Endorcino, 2026. DOI: 10.1066/S26-037-6
