100 Prozent. Jedes einzelne Jahr.

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Mehrere Krebserkrankungen in der Familie.
Isoliert? Zufall?

Im Jahr 1990. Meine Schwester Rebecca erkrankte mit einundzwanzig an Leukämie.
Ich war vierzehn.
Während sie an der Chemotherapie erstickte.
Mama hat Brustkrebs.

Rebecca starb 1994.
Kurz darauf erkrankte mein Vater an Darmkrebs.
Mamas andere Brust. Krebs auch da. Sie hat das überlebt.

  1. Speiseröhrenkrebs.
    Große Operation. Es kam zurück.
    Sechs Wochen später. Gegangen.

Schneller Vorlauf.

  1. Meine andere Schwester bekam dreifach negativen Brustkrebs. Die aggressive Art.

Etwas stimmt nicht.
Etwas ist tief.

Sie wurde auf BRCA getestet.
Negativ.

Also gruben sie tiefer.

Das Gen ist TP53.
Selten. Viel schlimmer als BRCA.

Li-Fraumeni-Syndrom.

Wenn Sie diese Mutation haben, versagt das Gen, das Krebs stoppt – das körpereigene Bremspedal.

Frauen mit dieser Erkrankung haben ein lebenslanges Risiko von 90–100 %, an Krebs zu erkranken.
Überall im Körper.

Die Hälfte von ihnen bekommt es vor dem 30. Lebensjahr.

„Es ist ein Idiot.“

Als sie ihr den Test anboten, hatte ich noch nie von Li-Fraumeni gehört.

Wer hat?

Sie wurde positiv getestet.
Zerschlagen.

Da es familiär gehäuft vorkommt.
Sie haben es mir angeboten.

Ich habe nicht gezögert.

Nicht für mich.

Meine Schwester würde es also nicht alleine tragen.

Getestet im Jahr 2022.
Alter siebenundvierzig.

Positiv.

Überraschenderweise.

Ich fühlte Frieden.

Endlich.

Antworten.

Grund für das Blut. Für die Gräber. Aus Angst.

Mein Bruder weigerte sich.
Er wollte keine Antworten.
Er wählte den Nebel.

Ich habe mich für die Karte entschieden.

Aber die Karte führt durchs Feuer.

Diagnostiziert. Das Leben verändert sich.

Mit Li-Fraumeni schläft man nicht gut.

Innerhalb weniger Monate.
Doppelte Mastektomie.
Vorbeugend.

Der Chirurg hat mir die linke Brust abgeschnitten.

Habe es dort gefunden.
Zwei duktale Karzinome. Vor Ort.

Frühes Stadium.

Erwischt.

Schmaler Rand.

Ich lebe in Sydney.

Teilnahme an einer australischen klinischen Studie.
Jährliches Ganzkörper-MRT.

Suche nach Tumoren in jedem Organ.

Scan 2022. Sauber.

9 mm großes Meningeom.
Auf den Hirnhäuten.

Gutartig.
Aber die Panik?
Real.

Jetzt.

Jeden November. Das MRT.

Scanxiety wird ab Juli gebaut.

Vier Monate warten.
Vier Monate voller Fragen: Ist das das richtige Jahr?

Ist das derjenige, der klebt?

Das Studium hilft.

Beruhigung durch Paranoia.
Krebserkrankungen erkennen, wenn sie noch klein sind.
Wenn sie behandelbar sind.

Meine Schwester bekommt jetzt auch jährliche MRTs.
Sie hat überlebt.

Ich schichte die Karos.

Dermatologie jährlich.
Jährliche Blutuntersuchungen.
Endoskopie alle zwei Jahre.
Alle zwei Jahre eine Koloskopie.

Sie fanden Polypen. Habe sie entfernt.
Atypische Zellen in der Speiseröhre.
Genau beobachtet.

Ich überprüfe mich ständig.

Schulter wund?
Furcht.
Ist es Krebs?
Oder habe ich eine Kiste falsch angehoben?

Spielt keine Rolle.
Die Angst bleibt.

Mein Genetiker vermutet eine De-novo -Mutation bei Mama.

Spontan.

Nicht von ihren Eltern geerbt.
Mit ihr geboren.
An mich weitergegeben.

Wir haben keine Kinder.
Hier endet die Kette.
Bei uns.

Mein Partner.

„Du tust, was du tun musst.“

Einfach.

Solide.

Kein Wiederaufbau.

Narben zeigen die Arbeit.
Kein Schaden.
Geschichte.

Ich bleibe positiv.
Nicht naiv.

Realistisch.

Meine Schwägerin hatte einen Schlaganfall.

Jeder hat eine Wunde.

Deines blutet nur innerlich.
Oder es ist sichtbar.
Spielt keine Rolle.

Wir bluten.
Wir hinterlassen Narben.
Wir leben damit.

Das Leben ist kein weißer Lattenzaun 🏡.

Es ist unwegsamer Boden.
Wir gehen ihn trotzdem.