Julia Child hat nicht nur gekocht. Sie veränderte die Sicht einer ganzen Nation auf Essen. Die am 15. August 1912 in Pasadena, Kalifornien, geborene Julia McWilliams war nicht immer die ikonische Figur, die wir heute kennen. Ihr Weg zum Gesicht der amerikanischen Küche begann fernab der Küchenkameras.
Sie heiratete 1945 und zog nach Paris. Dort, zwischen Kopfsteinpflaster und Croissants, fand sie ihre wahre Berufung. Sie hat nicht nur ihre Zehen ins Wasser getaucht. Sie stürzte sich kopfüber, studierte am renommierten Cordon Bleu und lernte direkt von Meisterköchen. Das war kein Hobby. Es war eine strenge Ausbildung im Herzen der französischen kulinarischen Tradition.
Zurück in den USA wurde diese Expertise zu einem kulturellen Phänomen. Sie war Co-Autorin von „Mastering the Art of French Cooking“, einem Buch, das 1961 auf den Bestsellerlisten landete. Doch der wahre Zauber ereignete sich, als sie nach Boston zog und vor die Kamera trat.
Der französische Chef-Effekt
Von 1963 bis 1973 moderierte sie „The French Chef“ auf PBS. Die Show war mehr als eine Kochvorführung. Es war eine Ausbildung. Durch ihre Programme machte sie die amerikanische Öffentlichkeit mit Techniken und Zutaten bekannt, die fremd und einschüchternd wirkten. Sie hat sie entmystifiziert. Ihre Herzlichkeit und gelegentliche Missgeschicke machten die erstklassige französische Küche für alltägliche Hobbyköche zugänglich.
Sie hörte hier nicht auf. Spätere Shows erweiterten ihre Reichweite, aber die Kernaufgabe blieb dieselbe. Sie weckte im ganzen Land ein echtes Interesse an der Kochkunst. Die Leute wollten kochen. Sie wollten das „Warum“ und „Wie“ hinter den Gerichten verstehen, nicht nur die Rezepte.
Julia Child verstarb am 13. August 2004 in Santa Barbara. Ihr Vermächtnis besteht nicht nur aus den Tausenden von Mahlzeiten, die in amerikanischen Küchen zubereitet werden. Es liegt an der Veränderung, die sie verursacht hat. Sie bewies, dass Kochen Freude machen, lehrreich sein und tief mit der Kultur verbunden sein kann. Das Interesse, das sie geweckt hat, treibt die kulinarische Welt auch heute noch an.

























