Wenn die Sommersonnenwende in den Zwilling übergeht

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Auf dem Kalender steht der 21. Juni. Am Himmel steht Zwillinge.

Seit Jahrtausenden verbinden die Menschen die Sommersonnenwende – den Moment, in dem die Sonne ihren nördlichsten Bogen erreicht – mit dem Sternbild Stier. Das war der „erste Punkt der Widder“-Migration, oder besser gesagt, das Gegenteil. Aber die Erde ist wackelig. Es wackelt wie ein sterbender Kreisel. Dieses Wackeln wird axiale Präzession genannt. Und deshalb sind die Sterne am längsten Tag des Jahres hinter der Sonne gewandert.

Nun steht die Sonne genau zum Zeitpunkt der Sonnenwende technisch gesehen vor den Zwillingen.

Dies betrifft weniger Ihren Gartenschlauch als vielmehr die Art und Weise, wie wir die Zeit erfassen. Die Sommersonnenwende markiert den Höhepunkt der Sonnenintensität auf der Nordhalbkugel. Es ist der längste Tag. Die Lücke zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist maximal. Auf der Südhalbkugel ist das Gegenteil der Fall. Am selben Tag findet die Wintersonnenwende statt. Kurze Tage. Lange Nächte.

Warum sich das Datum ständig verschiebt

Man könnte meinen, das Datum der Sonnenwende stehe fest. Das ist es nicht. Es schwankt zwischen dem 20. und 21. Juni. Der Kalender versucht, mit dem astronomischen Jahr Schritt zu halten, aber sie stimmen nicht perfekt überein. Ein tropisches Jahr hat ungefähr 365,2422 Tage. Unser gregorianischer Kalender hat einen Durchschnitt von 365,2425. Dieser winzige Unterschied summiert sich. Im Laufe der Jahrhunderte verschiebt es den Himmelshintergrund.

Die Sonne bewegt sich nicht. Die Erde dreht und kreist. Aber die Ausrichtung der Erdachse ändert sich relativ zu den Sternen. Ein vollständiger Zyklus dauert etwa 26.000 Jahre. Wir sind mitten im Zyklus.

Die Astrologie-Verwirrung

Hier wird die Astrologie chaotisch.

Die meisten Sonnenzeichenkarten verwenden immer noch den tropischen Tierkreis. Dieses System ist an die Jahreszeiten gebunden, nicht an die Sterne. Es wird davon ausgegangen, dass die Frühlings-Tagundnachtgleiche bei 0 Grad Widder beginnt. Es spielt keine Rolle, wo die Sonne tatsächlich am Himmel steht. Es ist wichtig, wo die Tagundnachtgleiche sein sollte.

Wenn Sie also Ende Juni oder Anfang Juli Geburtstag haben, sind Sie Krebs. Oder ein Löwe. Abhängig vom genauen Datum. Aber astronomisch gesehen steht die Sonne im Stier oder Zwilling. Die Konstellationen stimmen nicht mit den Zeichen überein. Die Sonne steht heute während der Sonnenwende im Sternbild Zwillinge. Es ist nicht tausend Jahre her. Das wird in 12.000 Jahren nicht mehr der Fall sein.

Warum dieser Wandel wichtig ist

Es klingt nach Pedanterie. Das ist es nicht.

Frühe Zivilisationen bauten Kalender, um die Sonnenwende zu verfolgen. Ohne sie scheitert die Landwirtschaft. Die Pflanzzeiten verschieben sich. Ernten fehlen. Die Ausrichtung der Sonne auf bestimmte Sterne prägte schon lange vor Digitaluhren den Verlauf der Jahreszeiten.

Heute dient es als Erinnerung. Unsere Systeme sind Näherungswerte. Wir bringen Ordnung ins Chaos. Der Einfachheit halber teilen wir den Himmel in 12 gleiche Scheiben. Die Konstellationen sind nicht gleich. Es sind unordentliche Klumpen aus Gas und Staub. Einige sind riesig. Manche sind winzig. Wenn man von der tatsächlichen Position ausgeht, verbringt die Sonne mehr Zeit im Skorpion als im Widder.

Die Südansicht

Vergessen Sie nicht die andere Hälfte des Planeten.

Während der Norden den Höhepunkt des Lichts genießt, sonnt sich der Süden im Schatten des Winters