Neue Forschungsergebnisse bestätigen, dass Hirsche leuchtende ultraviolette (UV) Spuren in Wäldern hinterlassen, die es ihnen ermöglichen, auf für Menschen unsichtbare Weise zu kommunizieren. Die Entdeckung gibt Aufschluss darüber, wie Hirsche ihre Umwelt wahrnehmen und miteinander interagieren, was auf eine raffinierte Form der Signalübertragung über den Geruch hinausgeht.
Wie Hirsche UV-Kommunikation nutzen
Männliche Weißwedelhirsche markieren ihr Revier während der Paarungszeit, indem sie ihr Geweih an Bäumen reiben und duftende Kratzer auf dem Boden hinterlassen. Diese „Hirschreibungen“ und -kratzer dienen als Warnung für Rivalen und locken potenzielle Partner an. Wissenschaftler der University of Georgia (UGA) haben nun herausgefunden, dass diese Markierungen auch unter UV-Licht leuchten, was Hirsche sehen können.
Die in einem 337 Hektar großen Forschungswald durchgeführte Studie erfasste 109 Reibungen und 37 Kratzer. Mithilfe von UV-Taschenlampen bestätigten die Forscher, dass diese Markierungen bei Wellenlängen, für die Hirschaugen empfindlich sind, deutlich helleres Licht aussendeten als die Umgebung. Das bedeutet, dass Hirsche diese leuchtenden Signale im Morgen- und Abendlicht, wenn sie am aktivsten sind, leicht erkennen können.
Was verursacht das Leuchten?
Die genaue Quelle des UV-Glühens wird noch untersucht. Hirschurin enthält Verbindungen, die auf UV-Licht reagieren, ebenso wie Sekrete aus Stirndrüsen und beschädigtem Pflanzengewebe. Unabhängig davon, ob das Leuchten von Hirschflüssigkeiten, den markierten Pflanzen oder einer Kombination aus beidem herrührt, erzeugen die Markierungen bei schlechten Lichtverhältnissen einen sichtbaren Kontrast für Hirsche.
Dies ist der erste dokumentierte Beweis dafür, dass Säugetiere Photolumineszenz in ihrer Umgebung aktiv nutzen. Während UV-induziertes Leuchten seit über einem Jahrhundert bei Säugetieren untersucht wird, liefert diese Forschung starke Beweise dafür, dass es eine biologische Funktion erfüllt.
Warum das wichtig ist
Die Augen von Hirschen sind an das Sehen von UV-Licht angepasst und daher besonders geeignet, diese leuchtenden Signale zu erkennen. Die Studie legt nahe, dass Hirsche überall im Wald leuchtende „Hinweistafeln“ zur Kommunikation nutzen, die genaue Bedeutung dieser Signale bleibt jedoch unbekannt.
Der Zeitpunkt des erhöhten UV-Lichts fällt mit einem Anstieg des Hormonspiegels der Hirsche während der Brutzeit zusammen, was darauf hindeutet, dass diese Kommunikationsmethode möglicherweise mit dem Paarungsverhalten zusammenhängt. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um zu bestätigen, ob Hirsche messbar auf diese leuchtenden Spuren reagieren.
„Ganz gleich, ob die Photolumineszenz das Ergebnis von Drüsensekreten der Hirschstirn oder von Holzeigenschaften ist, Tatsache bleibt, dass Reibungen einen visuellen Kontrast zur Umgebung darstellen, und zwar auf eine Art und Weise, die speziell für die Sicht von Hirschen geeignet ist.“ — UGA-Forschungsteam
Die Entdeckung erweitert unser Verständnis der Tierkommunikation um eine weitere Ebene und beleuchtet die verborgene Welt der Signale, die jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt.































