USA und Japan schmieden Allianz für Tiefseebergbau

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Die Vereinigten Staaten und Japan haben eine gemeinsame Anstrengung angekündigt, um die Entwicklung des Tiefseebergbaus zu beschleunigen, einer umstrittenen Industrie, die darauf abzielt, wertvolle Mineralien aus dem Meeresboden zu gewinnen. Dies stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung kommerzieller Nutzung dieser Ressourcen dar, auch wenn die internationalen Vorschriften weiterhin ins Stocken geraten.

US-Führung und Japans Unterstützung

Seit fast einem Jahr treiben die USA unabhängig voneinander Tiefseebergbauinitiativen voran. Japans jüngstes Engagement für den Austausch von Forschungsergebnissen und Daten stellt eine wichtige Bestätigung dieses Ansatzes dar. Die Zusammenarbeit, die letzte Woche in einem unverbindlichen Memorandum formalisiert wurde, folgt auf ein Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem japanischen Premierminister Sanae Takaichi.

Dieser Schritt ist bemerkenswert, weil er öffentlich die Unterstützung einer Branche signalisiert, die immer noch auf starken Widerstand von Umweltgruppen und vielen Nationen stößt. Die Partnerschaft umgeht laufende Debatten innerhalb der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA), einer von den Vereinten Nationen unterstützten Organisation, die für die Regulierung des Tiefseebergbaus in internationalen Gewässern zuständig ist.

Die Herausforderung und die Begründung

Der Tiefseebergbau ist technisch schwierig und erfordert fortschrittliche Technologie, um Mineralien wie Kobalt, Nickel und Kupfer aus riesigen Unterwasserebenen zu gewinnen. Diese Metalle sind für Batterien, Elektrofahrzeuge und andere neue Technologien unerlässlich.

Kritiker argumentieren jedoch, dass eine Störung des Meeresbodens empfindliche Meeresökosysteme zerstören könnte, von denen einige noch weitgehend unerforscht sind. Auch die Gewinnung von Ressourcen aus internationalen Gewässern wirft rechtliche Fragen auf: Die USA haben ihre Absicht bekundet, Genehmigungen zu erteilen, obwohl es keine weltweit vereinbarten Vorschriften gibt.

Internationale Sackgasse

Die ISA, bestehend aus 170 Nationen, ist seit über einem Jahrzehnt festgefahren, wenn es darum geht, klare Regeln für den Tiefseebergbau festzulegen. Die Partnerschaft zwischen den USA und Japan scheint darauf ausgelegt zu sein, diese Sackgasse zu umgehen und möglicherweise einen Präzedenzfall für einseitige Maßnahmen zu schaffen.

Die Kooperationsvereinbarung hat keine rechtliche Bedeutung, ihr symbolischer Wert ist jedoch beträchtlich. Es zeigt die Bereitschaft der großen Wirtschaftsmächte, den Meeresbodenabbau auch ohne allgemeine Zustimmung voranzutreiben.

Der Schritt der USA und Japans könnte andere Nationen dazu zwingen, ihre Positionen zur Tiefseeausbeutung zu überdenken, was möglicherweise einen Wettlauf um die Gewinnung von Ressourcen vom Meeresboden beschleunigen könnte. Die langfristigen ökologischen und geopolitischen Auswirkungen dieser Allianz bleiben abzuwarten.