Die britische Regierung hat definitiv erklärt, dass keine weiteren Anpassungen an den kürzlich überarbeiteten Vorschlägen zur Erbschaftssteuer auf landwirtschaftlichen Betrieben vorgenommen werden. Diese Entscheidung folgt auf monatelange Proteste von Landwirtschaftsverbänden, die argumentieren, dass die Steuer trotz einer deutlichen Anhebung des Steuerfreibetrags weiterhin schädlich für die ländliche Wirtschaft sei.
Protest und Kompromiss
Auf der Oxford Farming Conference Anfang dieser Woche demonstrierten Landwirte ihren Widerstand, indem sie mit Traktorhörnern eine Rede von Umweltministerin Emma Reynolds störten. Die Regierung schlug zunächst eine Steuer von 20 % auf geerbte landwirtschaftliche Vermögenswerte von mehr als 1 Million Pfund vor. Aufgrund des Drucks wurde dieser Schwellenwert auf 2,5 Millionen Pfund angehoben, ein Schritt, der von der Country Land and Business Association (CLA) als „teilweise Herabsetzung“ bezeichnet wurde. Reynolds machte deutlich, dass weitere Änderungen vom Tisch seien, und erklärte, dass konstruktiver Dialog – und nicht störende Proteste – die aktuelle Politik beeinflusst habe.
Die überarbeitete Richtlinie und ihre Grenzen
Die aktualisierte Richtlinie ermöglicht es Paaren, bis zu 5 Millionen Pfund an qualifizierten landwirtschaftlichen Vermögenswerten steuerfrei zu übertragen und dabei eine Ehegattenbefreiung zu nutzen. Dies stellt eine erhebliche Steigerung gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag dar, der bis 2029 jährlich 520 Millionen Pfund generieren sollte. Die Regierung begründete die ursprüngliche Steuer damit, vermögende Investoren daran zu hindern, Ackerland als Steuerschlupfloch auszunutzen, und gleichzeitig kleinere landwirtschaftliche Betriebe zu schützen.
Trotz der erhöhten Hürde bleiben die Agrargewerkschaften kritisch. Die National Farmers’ Union (NFU) plädiert weiterhin für eine völlige Umkehrung der Politik und hält sie für grundsätzlich fehlerhaft. Obwohl NFU-Präsident Tom Bradshaw die Erleichterung anerkennt, die viele Landwirte nach der Revision im Dezember verspürt haben, betont er, dass anhaltender politischer Druck notwendig sein wird, um weitere Veränderungen herbeizuführen.
Reformen des Zahlungssystems
Reynolds ging auch auf Bedenken hinsichtlich des Sustainable Farming Incentive (SFI) ein, einem ökologischen Landbewirtschaftungsprogramm nach dem Brexit. Das SFI wurde Anfang des Jahres kritisiert, als die Mittel abrupt gekürzt wurden, was die Landwirte in Verunsicherung versetzte. Die Regierung verspricht nun, ähnliche plötzliche Schließungen zu vermeiden, und kündigt Pläne für ein einfacheres, gerechteres und stabileres SFI-Antragsverfahren an.
Das neue Programm wird stufenweise eingeführt, beginnend mit kleineren landwirtschaftlichen Betrieben unter 50 Hektar im Juni, gefolgt von einem breiteren Anwendungsfenster im September. Die Regierung erwägt außerdem, die Anzahl der finanzierten Initiativen zu rationalisieren und möglicherweise die Zahlungen für einzelne landwirtschaftliche Betriebe zu begrenzen. Reynolds betonte, dass Umweltschutz nicht unabhängig von der Rentabilität sei, sondern für die langfristige Nachhaltigkeit von wesentlicher Bedeutung sei.
Laufende Anliegen und Zukunftsaussichten
Trotz der Zusicherungen der Regierung bleiben Agrarkonzerne skeptisch. Die Wildlife Trusts argumentieren, dass das derzeitige Budget für Umweltprogramme erheblich erhöht werden muss, um den Klimawandel und den Rückgang der Tierwelt wirksam zu bekämpfen. Eine kürzlich von der Regierung in Auftrag gegebene Rentabilitätsprüfung ergab, dass sich der Agrarsektor angesichts der anhaltenden politischen Veränderungen „verwirrt und verängstigt“ fühlt.
Die Weigerung der Regierung, die Erbschaftssteuer zu überdenken, festigt eine Politik, die viele im Agrarsektor als schädlich ansehen. Zwar wurde für eine gewisse Erleichterung gesorgt, doch der zugrunde liegende Widerstand wichtiger Industriegruppen lässt darauf schließen, dass dieses Thema in künftigen politischen Verhandlungen weiterhin ein Streitpunkt bleiben wird.
































